Über mich: Von der fotografischen Steinzeit bis heute
Mein Weg zur eigenen Bildsprache begann vor 46 Jahren. Er führte über tausende Fotos und zahllose Stunden in der Dunkelkammer – mit Abwedeln und Nachbelichten zur Kontraststeuerung am analogen Material. Nach unzähligen Experimenten mit Chemikalien kam die Geburtsstunde der digitalen Fotografie. Damals war sie für den professionellen beruflichen Einsatz noch völlig unbrauchbar. Während meine Mamiya im Mittelformat bereits einen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen (EV) lieferte, wirkten digitale Kameras wie Spielzeug. Das änderte sich erst mit der Nikon D850 und D500 sowie meinem digitalen Labor, Capture One. Plötzlich explodierten die Möglichkeiten der Entwicklung von Fotos – weit über das hinaus, was in der Dunkelkammer jemals machbar gewesen wäre.
Meine Bildsprache
Die beste Kamera der Welt hilft nicht, wenn man nicht lernt, „Licht zu denken“. Wenn ich durch den Sucher blicke, suche ich kein Motiv; ich beobachte, wo Licht reflektiert wird. Genau dort liegt mein Motiv. Das gilt für mich für jedes Genre in der Fotografie – vom hochfrontalem Sonnenlicht bis zur präzisen Lichtsetzung im Studio. Licht ist für mich Information, nicht nur Beleuchtung. In einer Welt ohne Materie bliebe Licht unsichtbar; erst an der Oberfläche eines Objekts wird Energie zur Form.
Ich arbeite konsequent mit Negativräumen, um dem Betrachter Orte der Ruhe zu bieten und Motive zu isolieren. Diese Stille im Bild ist kein Effekt, sondern ein kompromissloser Bestandteil der Komposition. Sie rahmt das Wesentliche und eliminiert das Unwichtige. Wo Reduktion herrscht, braucht es einen Gegenspieler: die Akzentuierung. In meinen Arbeiten nutze ich hierfür klassisches Dodge and Burn. So entsteht neben starken Hell-Dunkel-Kontrasten ein Spannungsfeld aus Reduktion und Akzent. Wenn mir das gelingt, habe ich Freude an meiner Arbeit.



