„Weiches Licht gibt es nicht!”
„Weiches Licht gibt es nicht!”
„Weiches Licht gibt es nicht!”
Der Begriff weiches Licht ist eine der größten Mythen der Fotografie. Licht an sich ist eine unerbittliche physikalische Konstante, eine hochenergetische Strahlung, die keine sanften Eigenschaften besitzt. Wenn wir von weichem Licht sprechen, beschreiben wir in Wahrheit nicht das Licht selbst, sondern zwei ganz spezifische physikalische Vorgänge, die wir emotional interpretieren. Erstens sind da die sanften Übergänge in den Schatten. Diese entstehen, wenn die Strahlung durch das Blattwerk so gestreut wird, dass sie aus verschiedenen Winkeln auf die Materie trifft. Es ist ein reines Spiel der Geometrie, bei dem die harten Kernschatten durch Halbschatten aufgefüllt werden. Zweitens erleben wir die Beugungsstrahlen. An jeder Kante eines Zweiges oder eines Blattes wird die Lichtwelle gezwungen, sich zu brechen.
Diese physikalische Auffächerung der Strahlung erzeugt jene leuchtenden Säume, die die Materie optisch aufweichen. Wenn wir diese Phänomene im Sucher sehen, reagieren wir darauf instinktiv. Wir sehen die abgestuften Schatten und die strahlenden Beugungssäume und unser Gehirn übersetzt diesen physikalischen Widerstand in das wohlige Gefühl von „Weichheit“. Doch das ist eine emotionale Täuschung. In der Realität blicken wir immer noch in die gleiche, kompromisslose Urkraft. Wir interpretieren die Spuren, die der Widerstand der Materie in der Lichtwelle hinterlässt, als eine Qualität des Lichts, die physikalisch nicht existiert. Wir sehen nicht weiches Licht – wir sehen die sichtbare Interaktion harter Strahlung mit der Welt.
Trotzdem haben wir uns in der Kommunikation als Fotografen untereinander so darüber verständigt, diese physikalischen Zustände als weiches Licht zu bezeichnen.






































































































